2026 – allgemeiner Rückblick und persönliche Eindrücke zum Event von Steven Dornbusch

Am 4.9. war es wieder soweit und es startet die sechste Auflage des 24h Benefizradmarathons „24h radeln damit Kinderaugen leuchten“.

Wieder einmal konnten wir einen Teilnehmerrekord (155 Starter) verzeichnen und mich freute besonders, dass die Teilnehmerzahl der jüngeren Generationen ständig wächst und wir mittlerweile eine beachtliche Zahl an U25 Teilnehmern haben. Kinderaugen sollen leuchten verbindet somit Generationen. Der jüngste Teilnehmer war 16 Jahre alt und mit 70 Jahren zeigte auch die ältere Generation was noch in ihr steckt.

Bereits am Donnerstag reisten viele Teilnehmer an und unterstützen beim Aufbau und die Vorbereitungen. Am Abend sah man dann viele gemütliche Runden auf dem Campingplatz. Man plauderte, tauschte sich aus, hörte gemeinsam Musik und man spürte förmlich die Freude über das Wiedersehen in Oschatz.

Am Freitagmorgen wich die Gemütlichkeit dann emsigen Treiben. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen, weitere Teilnehmer reisten an, Startunterlagen wurden abgeholt und die Trikots übergeworfen.

Auf Grund der Wetterprognose fiel das Fahrerbriefing etwas länger und intensiver aus. Regen, starker Wind und eventuelle Gewitter waren vorausgesagt.

Trotzdem stellten sich alle Teilnehmer den Bedingungen und standen pünktlich am Start.

Bereits 18 Uhr durfte ich als erste Starter den Benefizradmarthon eröffnen und wie es der Wettergott so wollte, öffnete er pünktlich 18:01 Uhr die Schleusen.

Die ersten Stunden hieß es dann also im strömenden Regen und mit unfassbaren Gegenwind Kilometer sammeln. Motiviert wurden wir dabei immer wieder von Zuschauern, die entlang der Strecke standen und ein bisschen Tour de France Feeling aufkommen ließen. Bis tief in die Nacht trafen wir immer wieder auf große und kleine Zuschauergruppe und es war wirklich ein belebendes Gefühl diesen Zuspruch zu bekommen.

Für mich liefen die ersten 100km ohne nennenswerte Probleme. Einmal nass beschloss ich bis Grimma kurz/kurz durchzufahren. Immer mit dem Blick auf die richtigen Wattwerte und unbeirrt der folgenden Teilnehmer. Es zählte nur der eigene Fokus. Die Anstiege waren allerdings mit Gegenwind doppelt schwer und kosteten mehr Körner als ursprünglich geplant. Am Checkpoint 1 beim Autohaus Muldental GmbH war ich ca. 15min hinter meinem Zeitplan. Ich nutzte den liebevoll und gigantisch vorbereiteten Stopp für einen kurzen Plausch mit Stefan Küster und ein/zwei Leberwurstbrote. Zudem wechselte ich von kurz/kurz auf lang/lang inkl. Regenjacke. Somit fühlte ich mich gut gerüstet und es ging weiter in die strömende Regennacht.

Nach dem schwierigen ersten Streckenabschnitt sollte der Abschnitt zwei eigentlich leichter von der Hand gehen, aber der Regen und Gegenwind von bis zu 40km/h machten auch den relativ flachen Abschnitt zu einer echten Härteprobe.

Das auf diesem Abschnitt auch ein paar unschöne Kopfsteinpflasterstücke warteten wusste ich ja, aber mit Regen, Gegenwind und schwindenden Kräften wurden diese Stücke doch ziemlich unschön. Aber was sollst Kette rechts und rüber über die Buckelpiste. Zu allem Überfluss stürze ich auf Grund eines Fahrfehlers. Zum Glück war ich zu diesem Zeitpunkt nicht schnell. Aber für ein paar Lädierungen und ein verbogenes Schaltauge reichte es. Das Ergebnis… am Ritzel konnte ich nur noch eingeschränkt schalten und die obersten drei Ritzel blieben mir ab da verwehrt. Selbst Schuld und die Quittung gab es ab da an jedem Anstieg.

Ab km 202 wurde es dann etwas hektisch. Die ersten Teams kamen von hinten angeflogen und irgendwie fühlte es sich komisch an, dass sie so viel schneller waren. Aber egal. Fokusmodus und nur auf sich achten. Egal was drumherum passiert. Aber so war es jedenfalls ab und an mal schön, auch mal ein paar Radler zu sehen. Die ersten 200km war es dann doch eher „öde“, so allein da vorn.

Kurz nach 2 Uhr hörte es dann auch endlich auf zu regnen, der Gegenwind blieb uns aber treu.

Zu diesem Zeitpunkt realisierte ich auch, dass ich weit hinter meinem Zeitplan zurück lag. Eigentlich wollte ich um 2 Uhr den zweiten Checkpoint in Zerbst erreichen. Gegen 5 war ich dann aber erst vor Ort. Drei Stunden hinter dem Plan. Ich fing an zu rechnen, nicht für mich, sondern für die noch folgenden Teams und die Fahrer die auch zum ersten Mal auf solch ein Abenteuer losgelassen wurden.

Zum Glück hatte auch die OPZ diese Gedanken und erste Teams wurden auf der Strecke umgeleitet und somit konnten sie auf einer verkürzten Route Richtung Ziel fahren.

Für mich ging es nach einer Gemüsebrühe und einem erneuten Kleidungswechsel weiter Richtung Ziel. Der Regen war Geschichte und in warmen Klamotten ging es wieder Richtung Dessau. Allerdings hatten die ersten 300km anscheinende doch mehr Kraft gekostet, denn ich merke wie mir immer wieder die Augen zufielen. Safty first war dann mein Gedanke und nach einem sieben Minuten Powernap, welchen ich dann eine Stunde später wiederholte lief es dann wieder rund. Neue Energie war da und die Wattwerte stimmten auch wieder.

Eigentlich hatte ich mich ab Checkpoint 2 auf den Rückenwind gefreut, aber dieser wurde uns nur sehr sehr selten gegönnt. Die Streckenführung sorgte eher für fiesen Seitenwind, oder durch diverse Schleifen auch für extremen Gegenwind. Teilweise standen Zahlen wie 13km/h oder 16km/h auf dem Garmin und das wohlgemerkt nicht bergauf, sondern gnadenlos auf der Geraden.

Spätestens wenn du bergab treten musst um auf minimum 20km/h zu kommen, weißt du was Wind an Kraft haben kann.

Gegen 14 Uhr, also zwei Stunden später als geplant kam ich dann in Oschatz an.

Nach einer kurzen Pause und wechseln des Schaltauges entschied ich mich dann doch noch auf der abgesperrten Strecke ein paar Runden zu drehen.

Auch wenn einige Radler die Chance nutzten so waren doch deutlich weniger Teilnehmer am Start als im letzten Jahr. Zuviel hatte das Wetter davor schon gefordert.

Nach 24h beendete ich dann meine Reise mit 552km und knapp 3h Standzeit. Alles etwas anders als geplant, aber unter den Vorraussetzungen dann doch ok.

Meinen Hut ziehe ich auf jeden Fall vor jedem einzelnen Teilnehmer/Teilnehmerin. Vor jedem Begleitteam, die bei diesem Event noch wichtiger waren als sie eh schon sind.

Ihr habt wirklich Biss und mentale Stärke gezeigt und die erradelten Kilometer sind in meinen Augen dieses Jahr noch wertvoller als im Letzten.

Danke dafür und danke, dass ihr dafür gesorgt habt, dass wir wieder über 60.000 Euro an Spendengeldern einsammeln konnten.

Ein Riesen Dank geht auch an mein Begleitteam Antje, Yvonne und Anja sowie an meine Sponsoren Kattner Stahlbau GmbH und Mandy Stolze-Badelt, die meine Kilometer versilbert haben und somit auch eine schöne Summe in den Spendentopf brachten.

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