24Stunden radeln damit Kinderaugen leuchten 2026, von Jens Schurrat

meine sechste Teilnahme bei diesem Herzensevent, die fünfte als Solofahrer. Und tatsächlich die härteste Ausgabe bisher, doch von Anfang an.
Ich habe mich noch kein Jahr so gut und strukturiert vorbereitet an den Start gestellt wie heuer, hatte große Ziele. Und wusste bereits Minuten nach dem Start, das dieses Jahr das einzige Ziel überleben ist.
Ich startete noch im Trockenen, bereits eine Minute später war ich nass bis auf die Haut. Als ob das nicht genug wäre kam noch ein recht lebhafter Gegenwind dazu.
Aber was solls, die Challange war akzeptiert und irgendwann ließ der Regen auch mal nach. Gut erinnere ich mich in den ersten Stunden an den kleinen Fight mit dem Team Dornbuschjäger… Hölle, obwohl ich zeitweise voll in den roten Bereich ging kam ich nur ganz langsam näher und konnte mich nach dem Überholen auch nicht wirklich absetzen, sobald ich kurz die Beine hochgenommen habe war Robby wieder dran. Erledigt hatte sich das Thema dann in Döbeln, deren Fahrerwechsel ging deutlich schneller als mein Umziehen für die Nacht.
Ab Döbeln dann lang-lang und auch wieder Regen. Beim Checkpoint am Kilometer 100 in Grimma tropfte ich bereits wieder überall, allerdings habe ich mich entschieden mich frühestens dann umzuziehen wenn der Regen vorbei ist. Böser Fehler, wie mir einige aufgeriebene Hautstellen zeigen, aber was solls. Ab Grimma ging es dann um Leipzig herum Richtung Dessau, mit einem Schockmoment als ich erkannte, dass so ziemlich der übelste Pavè-Sektor, welchen man im Umkreis von 500km finden kann, erneut Teil der Strecke ist, und dieses Mal im Dunkeln. Zumindest war ich dann wach, hatte vor Wut 220Puls und mein Geschrei hat man wahrscheinlich bis Paris gehört. Egal, weiter immer weiter, irgendwann wurde es trockener und irgendwann kamen wir auch in Zerbst beim zweiten Checkpoint an.
Dort spielte tatsächlich die Band Return, welche eine Minute vor mir gestartet ist, live und begrüßte uns… riesen Freude.
Ab jetzt ging es auf den Rückweg, bis hierher ging es mir erstaunlich gut, auch wenn ich mich wetterbedingt von meinen eigentlichen Zielen verabschieden musste, das war rein rechnerisch nicht mehr möglich. Das Wetter war jetzt auch fast fein, warm und trocken, wenn nur der Wind nicht wäre. Teilweise bin ich in der Ebene Kette links mit 15km/h gefahren, Katastrophe. Ab Kilometer 350 kickte dann auch die Müdigkeit, dazu kamen die üblichen Verdächtigen Schmerzen im Rücken und brennende Fußsohlen. Wir wollten dann auf direkten Weg nach Oschatz, auch weil es schon gegen 2 war, haben es aber nicht hinbekommen eine Strecke zu planen welche sowohl für Fahrrad als auch für Auto funktionierte. Deshalb hat meine Crew mich nahe Wurzen ins Auto gepackt und nach Oschatz gebracht, wo ich dann noch ein paar Runden auf dem Rundkurs drehen durfte.

Unser Abenteuer in Zahlen:
411,1km
2394Höhenmeter
Zeit in Bewegung: 18:18:54h
Geschwindigkeit in Bewegung 22,5km/h
9009 Kalorien verbrannt
52717 Pedalumdrehungen

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